|
Über 7000 Unterschriften binnen einer Woche: Die Forderung nach einer gesetzlich verbindlichen Frauenquote in Vorständen und Aufsichtsräten ist „hervorragend angelaufen“, sagt Dagmar Ziegler, Initiatorin und SPD-Bundestagsabgeordnete.
Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger hat als einer der ersten unterzeichnet, auch die Präsidentin des Deutschen Ärztebunds, Gisela Teuchert-Benkert ist mit dabei, dazu Frauen wie Männer aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft, Kunst, Kultur, Sport und der Politik.
Dagmar Ziegler und mit ihr Kolleginnen aller Bundestagsfraktionen sowie Vertreterinnen von Verbänden hatten am 15. Dezember mit der „Berliner Erklärung“ eine überparteiliche und überfraktionelle Initiative gestartet und neben viel Frauenprominenz auch die Verlegerin Friede Springer als Erstunterzeichnerin gewonnen. „Die ,Bild-Zeitung‘ ist diesmal sozusagen mit im Boot“, merkt Dagmar Ziegler diplomatisch an und verweist auf die Presseberichte: „Unsere ,Berliner Erklärung‘ stößt auf sehr viel Zustimmung und sogar dort auf freundliches Wohlwollen, wo man bislang nicht viel hielt von einer gesetzlichen Regelung.“
Zu einem Gutteil scheint die Öffentlichkeit verblüfft von dem Vorstoß. Vom „Bündnis für die Quote“ schreiben die überregionalen Zeitungen, gar vom „Frauenkampf im Bundestag“. Auffallend ist das Ausbleiben der üblichen Reflexe. In der Vergangenheit hielten Experten bedenkenträgerisch dagegen, verlässlich giftete der Boulevard gegen „Quotenzwang“ und „Quotenquatsch“. Noch im November hatten konservative Medien eindringlich gewarnt – eine Quote, so verlautete es in der „Welt“, fördere „Nieten in Kostümchen“.
Bis heute nichts von all dem. Dagmar Ziegler: „Die ,Berliner Erklärung‘ ist ein Coup! Uns ist es mit unserer überparteilichen Initiative gelungen, eine oft emotional geführte Diskussion zu versachlichen.“
Die SPD-Abgeordnete betonte erneut, die Forderung nach einer gesetzlich verbindlichen Frauenquote von 30 Prozent für die Führungsgremien deutscher Unternehmen könne lediglich „ein erster Schritt“ sein.
Erstes Ziel der Initiative sei es, mehr Frauen in die Entscheidungsprozesse der Wirtschaft einzubeziehen – paritätisch und gleichberechtigt.
In der „Berliner Erklärung“ heißt es: „Uns eint der Wille, überparteilich und überfraktionell Mehrheiten für die berechtigten Belange von Frauen zu gewinnen und so das staatliche Gleichstellungsgebot nach Art. 3 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes endlich umzusetzen.“
Dagmar Ziegler ruft die Bevölkerung auf, die „Berliner Erklärung“ im Internet zu unterzeichnen:
http://www.berlinererklaerung.de/
Die Petition mit sämtlichen Unterschriften soll 2012 der Bundeskanzlerin übergeben werden.
|